Marseille

Die Stadt Marseille ist nicht nur die bedeutendste französische Hafenstadt, sondern auch ein sehr schönes Urlaubsziel.

Gelegen am Golf du Lion, einer Bucht im Mittlemeer ist sie die Hauptstadt des Départements Bouches-du-Rhône. Noch heute heißt die älteste Stadt Frankreichs, die 600 v. Chr. von Seehändlern aus dem kleinasischen Phokäa gegründet wurde, „Stadt der Phokäer“.

Neue Kathedrale © flickr/gillespaveau

Ihre Beliebtheit als Urlaubsziel machen ihre vielen Vorzüge aus. Die Besucher Marseilles finden dort Meer, Sonne, Natur und Kultur, und die Einwohner sind generell sehr warmherzig. Zudem wurde die Stadt auch noch mit dem Label „Stadt der Kunst und Geschichte“ ausgezeichnet.

Und dass Marseille immer noch stark durch ihre Vergangenheit geprägt ist, merkt man überall in der Stadt. Besucher können sich auf einen Rundgang durch die verschiedenen Epochen der Geschichte begeben, angefangen bei ihren griechischen und römischen Ursprüngen bis zur Architektur des 21. Jahrhunderts.

Die Stadt ist so reich an Sehenswürdigkeiten, dass wir hier nur die wichtigsten nennen wollen.

Die Saint-Jean Festung steht an einer Stelle, die sicher schon in der Antike besiedelt war. Allerdings ließ sich der Johanniterorden, nach dem auch das Viertel benannt wurde, erst im 13. Jahrhundert dort nieder. Der imposante rechteckige Turm der Festung (Tour Carrée) wurde 1423 zum Schutz des Hafens und der Signalturm (Tour du Fanal) 1644. Zu Zeiten Ludwigs des XIV. wurde dann ein Fort gebaut, das zunächst als Garnisonsstandort und später als Gefängnis genutzt wurde. Im Zweiten Weltkrieg nutzte die deutsche Armee es als Munitionslager. 1944 explodierte dieses Munitionslager und sowohl das Fort, als auch die den Hafen überspannenden Schwebefähre wurde stark beschädigt.

Seit 1964 steht es unter Denkmalschutz. Die Schwebefähre wurde leider nie wieder aufgebaut.

Bereits seit 1840 steht die alte Kathedrale La Major unter Denkmalschutz. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche steht an einer Stelle, an der schon seit dem 5. Jahrhundert verschiedene Bauwerke standen. Ihren Glockenturm bekam La Major im 14. Jahrhundert. Erbaut wurde sie im romanisch-provenzalischen Stil aus dem rosa Sandstein aus La Couronne. Bis ins Jahr 1852 wurde sie als Kathedrale genutzt.

Den Grundstein für die neue Kathedrale La Major, die 1896 geweiht wurde, legte Louis-Napoléon Bonarparte im September 1852. Erbaut wurde sie nach Plänen von Léon Vaudoyer. Nach dessen Tod übernahm Henry Espérandieu die Arbeit. Die im romanisch-byzantinischen Stil erbaute Kirche hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit einer Länge von 146 Metern. Die Hauptkuppel mit einer Höhe von 70 Metern hat einen Durchmesser von 18 Metern. Besonders sehenswert sind die Statuen von Jesus und den Aposteln an der Fassade. Aber auch das Innere ist sehenswert. Es gibt dort unter anderem einen Altar aus mehrfarbigem Marmor.

Vieux Port © flickr/geoced

Heute ist die Kathedrale Ausgangspunkt der großen Mariä Himmelfahrts-Prozession am 15. August.

Ursprünglich erbaut wurde das Palais du Pharo als Residenz für Kaiser Napoléon III. als kaiserliche Residenz erbaut. Genutzt hat er sie allerdings nie. Nach seinem Tod wurde das Gebäude von Kaiserin Eugénie der Stadt geschenkt und wurde eine Medizinschule. Heute ist das Palais ein Kongresszentrum.

Das modernste und wohl teuerste Bauvorhaben neben der neuen Kathedrale sind die Docks aus der Zeit des Second Empire. Während des starken Wirtschaftswachstums zu Anfang des 19. Jahrhunderts entstand dieses Viertel, da die Kapazitäten des Vieux Port nicht mehr ausreichten.

Chateau d'If © flickr/Meuh !

Vom Alten Hafen Vieux Port legen täglich Schiffe mit Ausflüglern zu den Îles d’Frioul, nach Château d’If oder zur Île Ratonneau und der Île Pomègues sowie zum Cassis, der höchste Klippe Europas ab.
Natürlich möchte sich auch kein Besucher der den Grafen von Monte Christo gelesen oder gesehen hat, das berühmte Chateau d’If entgehen lassen.

Gleich mit 21 Museen kann Marseille aufwarten und diese decken nicht nur sämtliche historischen Epochen ab, sondern zeigen auch alles von den schönen Künsten bis zu Marseiller Traditionen.  Noch dazu befinden sich die Museen in historischen Gebäuden, sind also in zweierlei Hinsicht sehenswert.

Aber auch jenseits von Kunst und Kultur ist Marseille eine interessante Stadt. Das ganze Jahr über finden zahlreiche Feste und Veranstaltungen statt. Einige Beispiele sind der Karneval, der Knoblauch- und Tongeschirrmarkt (Foire à l’Ail et aux Taraïettes oder das Fischerstechen von L’Estaque.

Und natürlich ist auch die Marseiller Küche zu empfehlen. Sie ist recht einfach aber sehr schmackhaft. Die Schätze des Meeres werden mit Gemüse und Kräutern aus der Region zu harmonischen Gerichten verbunden.

Dieser Beitrag wurde unter Frankreich abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>