Canterburys Silhouette wird von der Kathedrale der Stadt dominiert, aber das ist längst nicht alles was Canterbury zu bieten hat.
Canterbury liegt am Fluss Stour in der englischen Grafschaft Kent. Sein Name leitet sich ab vom altenglischen Cantwareburg, was so viel bedeutet, wie „Burg der Leute von Kent“.
Als das Königreich Kent im Jahre 597 zum Christentum übertrat, wurde St. Augustine der erste Erzbischof von Canterbury. Nach dem Mord an Thomas Becket im Jahre 1170 wurde die Kathedrale zum berühmten Wallfahrtsort. Auch Geoffrey Chauncers „Canterbury Tales“ handeln davon.
Ein berühmter Sohn der Stadt ist Christopher Marlow, ein Dichter und Dramatiker, der zur Zeit Shakespeares gelebt hat.
Die erste Kathedrale wurde 602 von St Augustine gegründet und 950 von Erzbischof Bodo erneuert. Nachdem die Kirche kurz nach der normannischen Eroberung im Jahre 1067 abgebrannt war wurde noch im gleichen Jahr unter Lanfrank mit dem Neubau begonnen. Über mehrere Jahrhunderte entstand so die Kathedrale die wir heute kennen. Der Erzbischof steht an der Spitze der Kirche von England und krönt auch die englischen Könige und Königinnen.
Auch die Abbey of St. Peter and Paul außerhalb der Stadtmauern wurde von St. Augustine gegründet und ihm später selbst gewidmet. Viele Jahrhunderte lang war die St. Augustine’s Abbey die Begräbniskirche der Erzbischöfe und angelsächsischen Könige.
Die Kirche von St. Martin war die erste Kirche, in der St. Augustin gewirkt hat, als er 597 nach Canterbury kam. Sie ist die älteste Pfarrkirche Englands, die immer noch als Pfarrkirche genutzt wird.
1080 von den Normannen erbaut ist Canterbury Castle eines der drei original Königsschlösser von Kent. Die anderen beiden sind Rochester Castle und Dover Castle. Ursprünglich erbaut wurden sie kurz nach der Schlacht von Hastings als Holzburgen an der Römerstraße von Dover nach London. Die Einfriedung von Canterbury Castle nutzte Teile der Stadtmauer als südliche Grenze und Teile davon sind heute noch zu sehen.
Besucher Canterburys, die mehr über die Zeit der Römer erfahren möchten, sollten das Canterbury Roman Museum besuchen. Es befindet sich unter der Erde auf der Höhe der ehemaligen römischen Siedlung und neben interessanten archäologischen Funden sind auch authentische Rekonstruktionen und Überreste eines römischen Hauses mit wunderschönen Mosaiken zu sehen.
Über die Geschichte Canterburys von den Römern bis zu Rupert Bear informiert das Canterbury Museum mit verschiedensten Ausstellungsstücken. Und im Rupert Bear Museum können Besucher alles über dessen Verbindung zur Stadt Canterbury herausfinden. Es gibt dort viel zu sehen und zu tun.
Wer nach all den Sehenswürdigkeiten und Museen entspannen möchte, kann dies auf einer historischen Flussfahrt tun. Es geht vorbei an kleinen Kapellen, unter alten Brücken hindurch und vorbei an mittelalterlichen Gebäuden. Vom Fluss aus hat man auch einen wunderbaren Blick auf die Kathedrale. Ausgangspunkt für die Bootsfahrten ist der berühmte Tauchstuhl (ducking stool) auf dem nörgelnde Ehefrauen und Hexen getaucht wurden. Der Stuhl befindet sich auf der Rückseite des nach der Kathedrale wohl am häufigsten fotografierten Gebäude Canterburys, deim Old Weavers House. Das wunderschöne alte Fachwerkhaus stammt wie ein Schild über dem Eingang besagt aus dem Jahre 1500, ist aber wahrscheinlich noch älter. Dieses und andere Gebäude in der Nähe wurden von flämischen Webern genutzt, die vor der religiösen Verfolgung in ihrem Heimatland geflohen waren.
Aber auch die moderne Stadt Canterbury gibt es mit schönen Restaurants und vielen Einkaufsmöglichkeiten.




