„Sieben auf einen Streich“ hieß es schon beim tapferen Schneiderlein, das gleiche kann aber auch für die Ostfriesischen Inseln gelten.
Sie liegen zwischen Wattenmeer und offener See und sind wirklich eine Reise wert.
Auf Juist herrscht absolutes Autoverbot und wenn man auf dem winzigen Flugplatz ankommt, kann man mit dem Pferdewagen weiterfahren. Ganz besonders am Strand sind diese Kutschfahrten ein Erlebnis. Laut der Inselbewohner ist der kilometerlange Sandstrand der schönste in Ostfriesland. Hinter dem Deich liegt das Hotel „Achterdiek“. Ein Traditionshaus. Über die Strandpromenade gelangt man in den Hauptort der Insel in dem die typischen reetgedeckten Friesenhäuser die Besucher erwarten. Nicht umsonst nennen die Inselbewohner ihre Insel „Töwerland“ Zauberland. In den Dünen liegt auch der Hammersee, der größte See auf den Inseln.
Norderney liegt nur wenige Kilometer von Juist entfernt aber es gibt eine alte Rivalität zwischen den Inseln und ihren Bewohnern. 1783 pries der damalige Inselpastor Janus die Juister Qualitäten als Kurort bei Friedrich II. von Preußen an und doch machte 16 Jahre später Norderney das Rennen. Es wurde das erste deutsche Nordseeheilbad und ganz besonders beim Adel war es „in“ die Sommerfrische in der gesunden jodhaltigen Nordseeluft zu verbringen. Neben dem deutschen Kaiser, Theodor Fontane und Alexander von Humboldt waren auch andere Berühmtheiten hier anzutreffen. Nach Norderney kommt man gut mit der Fähre von Norddeich aus. Es gibt feine Hotels auf der Insel und auch eine Spielbank.
Auf Baltrum gibt es wie auf Juist nur Pferdefuhrwerke und man ist auch zu Fuß bald rum. Den Inselrundgang um die nur 6,4 Quadratkilometer große Insel schafft man in 3 Stunden. Ganz besonders für Familien ist diese Insel gut geeignet. Man kann Seehunde sehen und auch viele Fasane gibt es auf der Insel.
Auf Langeoog gibt es eine Inselbahn, die bis 1937 noch als Pferdebahn betrieben wurde. Durch Wald und Buschwerk kann man mit ihr über die Insel fahren. Hier gibt es auch die größte Silbermöwenkolonie der Region. Für lange Zeit war die Insel kaum noch besiedelt, bis der damalige Fürst von Schaumburg-Lippe sie im 19. Jahrhundert als Sommerfrische für sich und seinen Hofstaat entdeckte. So wurde auch Langeooges Kurstatus begründet.
Spiekeroog ist vielleicht die eigenwilligste der Inseln. Hier gibt es keine Landebahn für Flugzeuge und auch Fahrräder und natürlich erst recht keine Autos. Ein Schild auf der Insel verkündet „Vernünftige Leute fahren hier nicht Rad. Allen anderen ist es verboten!“. Hier gibt es Bollerwagen zu mieten, in denen man von Kindern bis zu Einkäufen alles transportieren kann. Dafür zieht sich der Sandstrand auch rund um die Insel und auch die Inselkirche aus dem 17. Jahrhundert ist absolut sehenswert. Im Windschatten des „Alten Inselhauses“ wächst sogar ein Feigenbaum, der in dem milden Klima Früchte trägt.
Bis vor rund 30 Jahren diente der Leuchtturm von Wangerooge aus dem Jahre 1854 noch als Seezeichen. Von dem 40 Meter hohen Turm hat man natürlich einen tollen Blick und auch das Jawort kann man sich hier geben. Hier auf Wangerooge kann man im Strandkorb liegen und im wahrsten Sinne die weite Welt in Form von Tankern, Frachtern und Containerschiffen an sich vorüberziehen lassen. Auch ein Meeres-Therapiezentrum gibt es auf der Insel.
Borkum ist nicht nur die westlichste, sondern auch die größte der ostfriesischen Inseln. Aus der Luft ist die Insel eine Sandbank mit grünen Flecken und einzelnen Wohnsiedlungen. Auch hier ist das Klima durch den Golfstrom mild und die Luft pollenarm. Auf 130 Kilometern Wegen kann man über die Insel wandern. Auf alle Fälle besuchen sollte man auch das „Gezeitenland“, ein Erlebnisbad mit Indoor-Surfanlage. Und wen man nach einem ausgedehnten Spaziergang eine Tasse Ostfriesentee im „Teestübchen“ genießt, sollte man nicht den Fehler der meisten Fremden machen und den Tee umrühren. Die Sahne wird mit einem Löffel auf den Tee gelegt und er wird so getrunken. Man hat so drei verschiedene Geschmäcker in einer Tasse Tee. Zuerst die Sahne, dann das Bittere des Tees und zum Schluss die Süße des Kandis.





Auch bei nicht so gutem Wetter sind die Ostfriesischen Inseln ein Erlebnis.